Aktuell und geplant

05.03.2024, New York: Das Evangelium nach Kafka

Dienstag, 5. März 2024 um 19.00 Uhr
Bohemian National Hall
321 East 73rd Street | New York, NY 10021 | USA

 

Das Evangelium nach Kafka
Eine Musikalisch-Literarische Collage
Anlässlich des 100. Todestages von Franz Kafka

In seinen Erzählungen überschreitet Kafka (1883 – 1924) die Welt des Wahrscheinlichen, um die wirkliche Welt besser zu verstehen. Die Protagonisten seiner Werke stehen oft ohnmächtig anonymen Kräften gegenüber, sind in einem unentwirrbaren Labyrinth gefangen. Angst, Scheitern, vergebliches Streben sind seine beherrschenden Themen. Ein Meister des Absurden beschreibt er glasklar und nüchtern die phantastischsten Begebenheiten und führt den Leser an die Grenzen des menschlichen Denkens. Die großen Umwälzungen des 20. Jahrhunderts kommen in Kafkas Werk beinah visionär zum Ausdruck. Wie kaum ein anderer Schriftsteller verleiht Franz Kafka dem Lebensgefühl des modernen Menschen Ausdruck, so sehr, dass sein Name gleichbedeutend ist mit der modernen Existenz: „kafkaesk“ nennen wir heute eine Situation, die sich den Deutungen von Politik, Psychologie und Soziologie entzieht.

Texte aus Franz Kafkas Erzählungen, Briefen, Tagebüchern und Aphorismen werden mit Kompositionen seiner tschechischen Zeitgenossen Max Brod, Antonin Dvorák, Joseph Bohuslav Foerster, Pavel Haas, Leoš Janácek, Bohuslav Martinu, Vitezslav Novák, Adolf Schreiber, Erwin Schulhoff, Bedrich Smetana, Josef Suk und Viktor Ullmann und Kafka-Vertonungen des Bochumer Komponisten Stefan Heucke zu einem dichterisch-melodischen Kunstwerk verwoben.

Peter Kendall Clark wird Kafkas Texte vortragen. Sopranistin Jeannie Im singt Kafkas Lieblingsmelodien und die Lieder von Heucke und von Kafkas tschechischen Zeitgenossen. Pianist Dan Franklin Smith spielt Solostücke und begleitet Sprecher und Sängerin. Alle drei Künstler gehören seit Langem dem Ensemble von Elysium an.

 

Konzept & Einführung: Michael Lahr von Leïtis, Artistic Director von Elysium – between two continents

Eine Veranstaltung des Tschechischen Generalkonsulates New York in Zusammenarbeit mit Elysium – between two continents e.V. und The Lahr von Leïtis Academy & Archive

Eintritt: Frei

Reservierungen sind erforderlich und können hier gemacht werden

30.01.2024, Oldenburg: Theater im Exil

  

Dienstag, 30. Januar 2024 um 19:30
Karl Jaspers Haus
Unter den Eichen 22 | 26122 Oldenburg | Deutschland

 

Theater im Exil
Vortrag und Eröffnung der Ausstellung über Piscator und sein politisches Theater im Exil

Vor den Nazis von Paris nach New York geflohen, gründete der politische Theatermacher Erwin Piscator im US-Exil eine Theaterschule, an der eine ganze Generation führender Schauspieler, Regisseure und Dramatiker ihre Ausbildung und Prägung erhielt. Der letzte von Piscators noch lebenden Schülern, der legendäre Sänger, Schauspieler und Aktivist Harry Belafonte starb im vergangenen Jahr hochbetagt in New York.

 

Nach Stationen in Bernried, New York, Catania, München, Salzburg, Wien und Berlin wird die Ausstellung „Piscator: Politisches Theater im Exil“ jetzt in Oldenburg eröffnet. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf den Jahren der Flucht – in Moskau, Paris und New York. Piscators Wirken dort wird verortet im Kontext seiner Berliner Jahre – die bahnbrechenden Erfolge und Neuerungen des jungen Theaterrevolutionärs in den 1920er Jahren, und das Alterswerk mit wichtigen Uraufführungen zur Holocaust-Thematik in den 1960er Jahren.

 

In seinem Vortrag zur Eröffnung der Ausstellung beschäftigt sich Kurator Michael Lahr von Leïtis mit den Schwierigkeiten und Herausforderungen des Exils für Theaterschaffende wie Piscator und seine Kollegen, die sich plötzlich in einer fremden Sprache ausdrücken und in einer ihnen vielfach fremdartigen Kultur zurechtfinden mussten.

Eine Veranstaltung der Karl Jaspers Gesellschaft e.V. in Zusammenarbeit mit Elysium – between two continents e.V. und The Lahr von Leïtis Academy & Archive

 

25.01.2024, München: Ein Mädchen allein auf der Flucht

Donnerstag, 25. Januar 2024 um 19.00 Uhr
Künstlerhaus München
Lenbachplatz 8 | 80333 München | Deutschland

 

Ein Mädchen allein auf der Flucht
Lesung aus den Erinnerungen von Eva Szepesi

Anlässlich des Holocaust Gedenktages 2024 wird die ungarische Holocaust-Überlebende Eva Szepesi im Deutschen Bundestag als Zeitzeugin sprechen.
Als die Rote Armee am 27. Januar 1945 das Vernichtungslager Auschwitz befreiten, fanden sie unter den zurückgelassenen Häftlingen ein bewusstloses 12-jähriges Kind: Eva Diamant. Die deutschen Aufseher hatten sie für tot gehalten und zwischen den anderen Leichen liegen gelassen, statt sie zum Todesmarsch zu zwingen. Schwerkrank wird sie gerettet, findet aber nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatstadt Budapest heraus, dass der Großteil ihrer Familie ermordet worden waren. Eva Diamant überlebte die Selektion an der Rampe in Auschwitz, weil sie sich für 16 ausgab. Ihre Verfolgung begann im Frühjahr 1944, als die Deutschen in Ungarn einmarschierten. Elfjährig wird sie von ihrer Mutter in die Slowakei geschickt, lebt fortan auf der Flucht, findet Unterschlupf bei gutwilligen Menschen, bis sie schließlich gefangen genommen und nach Auschwitz verschleppt wird.
Nach dem Krieg schweigt Eva Diamant, die später den Holocaust-Überlebenden Andor Szepesi heiratet, fünfzig Jahre lang. Erst als sie eingeladen wurde, anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz 1995 in das frühere Vernichtungslager zu reisen und dort von der Shoa Foundation des amerikanischen Regisseurs Steven Spielberg interviewt zu werden, fängt sie an, ihre Geschichte aufzuschreiben.

 

Die bayerische Staatsschauspielerin Christine Ostermayer wird aus Eva Szepesis Erinnerungen vorlesen.

Einführung: Michael Lahr von Leïtis, Artistic Director von Elysium – between two continents e.V.

 

Eine Veranstaltung der Münchner Künstlerhauses in Zusammenarbeit mit Elysium – between two continents e.V. und The Lahr von Leïtis Academy & Archive.

Wir danken dem Metropol-Verlag Berlin.  

 

  

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