Aktuell und geplant

Donnerstag, 1. Dezember 2022 um 18.00 Uhr
Austrian Cultural Forum London
28 Rutland Gate | London SW7 1PQ | Großbritannien

 

Lew Nussimbaum alias Essad Bey alias Kurban Said
Kosmopolit – Grenzgänger – jüdischer Moslem – Orientkenner im Exil
Unter der Schirmherrschaft von Rabbiner Dr. Ismar Schorsch

In seinem kurzen Leben kam der Schriftsteller Lew Nussimbaum (1905 – 1942) mit allen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts in Berührung: Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus.
Vor der Oktoberrevolution aus Baku geflohen, konvertierte er 1922 in Berlin vom Judentum zum Islam und ändert seinen Namen in Essad Bey. Schon bald begann er zu schreiben, vor allem für Die literarische Welt von Willy Haas. Sein erstes Buch Öl und Blut im Orient wurde sogleich zum Bestseller. In rascher Folge veröffentlichte er dreizehn weitere Bücher, unter anderem Biographien über Mohammed, Stalin und Nikolaus II. Vor den Nazis floh er nach Wien, und schließlich nach dem „Anschluss“ nach Italien, wo er 1942 in Positano an einer seltenen Krankheit starb.

 

Konzept & Einführung: Michael Lahr von Leïtis
Gregorij H. von Leïtis liest aus Lew Nussimbaums fantastischem Werk.

 

Eine Veranstaltung des Austrian Cultural Forum London
in Kooperation mit Elysium – between two continents und The Lahr von Leitis Academy & Archive

Samstag, 17. Dezember 2022 um 17.30 Uhr
Gedenkkirche Maria Regina Martyrum

Heckerdamm 230 | 13627 Berlin | Deutschland

 

„Unser Tod muss ein Fanal sein!“
Letzte Briefe und Gedichte von Libertas Schulze-Boysen
Unter der Schirmherrschaft I.K.H. Herzogin Elizabeth in Bayern

Vor 80 Jahren wurde Libertas Schulze-Boysen am 22. Dezember 1942 in Plötzensee hingerichtet. Zusammen mit ihrem Mann Harro und dem Ehepaar Arvid und Mildred Harnack bildete Libertas Schulze-Boysen den Kern der Widerstandsgruppe "Rote Kapelle". Frauen und Männer, Junge und Alte, Christen und Marxisten, Arbeiter, Intellektuelle und Künstler kamen hier zusammen, geeint durch ihre Gegnerschaft zum Nazi-Regime. Als die Gestapo im Sommer 1942 die Aktivitäten der Gruppe entdeckte, wurden innerhalb weniger Monate über 100 Mitglieder verhaftet. Über 50 von ihnen wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Nach 1945 war die Geschichte der „Roten Kapelle“ heftig umstritten und wurde vielfach verfälscht dargestellt und verkürzt als pro-sowjetisch und kommunistisch. Erst der Zugang zu bislang unzugänglichen Materialien in Archiven in Prag und Moskau ab Anfang der 90er Jahre trug dazu bei, die Arbeit der Widerstandsgruppe Schulze-Boysen / Harnack differenziert darzustellen.
Libertas Schulze-Boysen, geb. Haas-Heye, wurde am 8. September 1942 in Berlin verhaftet. Während der drei Monate im Gefängnis entstanden eindrucksvolle Gedichte, die sich von den kindlich-unbeschwerten, bisweilen naiv anmutenden Gedichten der jugendlichen Libertas durch ihren Ernst und ihre schlichte Sprache absetzen. Die Gedichte zusammen mit den Briefen an ihre Mutter, Gräfin Victoria zu Eulenburg, zeichnen das Bild einer 29jährigen Frau, die angesichts der übermächtigen Nazi-Apparatur und ihres sicheren Todesurteils eine unglaubliche Reife, Gelassenheit und Weisheit an den Tag legt. Sie war keine übermenschliche Heldin, sondern eine reale Person mit Kämpfen und Schwächen, wie wir sie alle aus unserem eigenen Alltag kennen. Gerade deshalb sind die Texte von Libertas Schulze-Boysen ein großartiges Zeugnis ihrer tiefen Menschlichkeit.


Es liest Staatsschauspielerin Christine Ostermayer, Trägerin der Kainz-Medaille des Burgtheaters Wien, des Johann-Nestroy-Rings der Stadt Wien und des Erwin Piscator Jubiläumspreises.

Die Harfe spielt Anna Viechtl, Mitglied bei Zafraan Berlin und im Andromeda Mega Express Orchestra. Sie spielt in renommierten Orchestern und Ensembles und hat einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik Hanns Eisler.

Konzept & Einführung: Michael Lahr von Leïtis

 

Eine Veranstaltung der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum
in Kooperation mit Elysium – between two continents und The Lahr von Leitis Academy & Archive

Montag, 19. Dezember 2022 um 18.00 Uhr
Kulturvolk / Freie Volksbühne Berlin

Ruhrstraße 6 | 10709 Berlin | Deutschland

 

„Wir sind Flieger im Nebel
Erwin Piscators Briefe aus dem Exil

Amerika bot Piscator und seinen verfolgten Freunden und Kollegen Schutz vor den Nazis. Aber das fremde Land stellte gerade die Schauspieler, Schriftsteller, und Regisseure vor große Herausforderungen. Sie, für die die Beherrschung der Sprache das A und O war, mussten sich in einer neuen Sprache zurechtfinden und in einer Kultur- und Kunstszene orientieren, in der ganz andere Prioritäten galten. Die Emigranten mussten ganz von vorne anfangen.
Der Briefwechsel Piscators mit den anderen Emigranten – u.a. Bertolt Brecht und Hanns Eisler – und mit den neuen US-Kontakten – z.B. Tennessee Williams und Dorothy Thompson – illustriert die Hoffnungen und Rückschläge, Schwierigkeiten und Erfolge, Enttäuschungen und Glücksmomente, die das Leben in der Fremde bereithielt.

 

Konzept & Einführung: Michael Lahr von Leïtis

Gregorij H. von Leïtis liest Piscators Briefe.

 

Eine Veranstaltung von Kulturvolk / Freie Volksbühne Berlin e.V.
in Kooperation mit Elysium – between two continents und The Lahr von Leitis Academy & Archive

 

Weitere Informationen und Tickets finden Sie hier.

Donnerstag, 26. Januar 2023 um 18.00 Uhr
Litauische Botschaft Berlin
Charitéstraße 9 | 10117 Berlin | Deutschland

 

Von Paradies und Weltuntergang
Literarische Collage aus Gedichten, Prosatexten, Theater-Szenen und Briefen von Jura Soyfer
Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages

Die enormen politischen und wirtschaftlichen Probleme der 1930er Jahre führten zu einer immer schnelleren und größeren Radikalisierung des politischen Spektrums. Die Größe und Dringlichkeit der zu bewältigenden Krisen heute – besonders die Sprengkraft, welche die rasante Inflation in Europa und den USA mit sich bringt – macht den Blick zurück auf die 1930er Jahre so interessant und wichtig, auch wenn es keine Wiederholung der Geschichte im eigentlichen Sinne gibt.

Trotz teilweise düsterer Gesamtanalysen bewahrte sich Jura Soyfer immer eine optimistische und menschlich-liebenswerte Sicht auf den Einzelnen und die Menschheit als Ganze.

Jura Soyfer wurde am 8. Dezember 1912 in Charkow (auf dem Gebiet der heutigen Ukraine) geboren. Er war seit Anfang der 1930er Jahre ständiger Mitarbeiter der Wiener Arbeiter-Zeitung. Die meisten seiner Gedichte und Artikel waren dem Kampf gegen den Faschismus gewidmet. Soyfer warnte eindringlich vor der Gefahr eines neuen Krieges. Nach dem Verbot der sozialdemokratischen Partei 1934 schrieb Jura Soyfer für die nun entstandenen Untergrundtheater, wie etwa das „Theater der 49“. Im November 1937 wurde er verhaftet und im Februar 1938 im Zuge einer Generalamnestie wieder freigelassen. Mit dem „Anschluss“ und dem Einmarsch der deutschen Faschisten in Österreich begann auch dort das Terrorregime zu wüten. Jura Soyfer wurde bald darauf verhaftet und nach Dachau gebracht. 1938 wurde er nach Buchenwald überstellt. Am 16. Februar 1939 erlosch sein Leben im Alter von 26 Jahren in dieser grausamen Hölle faschistischer Barbarei.

 

Konzept & Einführung: Michael Lahr von Leïtis

Es liest: Gregorij H. von Leïtis

 

Eine Veranstaltung der Litauischen Botschaft Berlin
in Kooperation mit Elysium – between two continents und The Lahr von Leitis Academy & Archive

Mittwoch, 1. Februar 2023 um 19.00 Uhr
Austrian Cultural Forum London
28 Rutland Gate | London SW7 1PQ | Großbritannien

 

Lew Nussimbaum alias Essad Bey alias Kurban Said
Kosmopolit – Grenzgänger – jüdischer Moslem – Orientkenner im Exil

In seinem kurzen Leben kam der Schriftsteller Lew Nussimbaum (1905 – 1942) mit allen Strömungen des frühen 20. Jahrhunderts in Berührung: Kommunismus, Faschismus und Nationalsozialismus.
Vor der Oktoberrevolution aus Baku geflohen, konvertierte er 1922 in Berlin vom Judentum zum Islam und ändert seinen Namen in Essad Bey. Schon bald begann er zu schreiben, vor allem für Die literarische Welt von Willy Haas. Sein erstes Buch Öl und Blut im Orient wurde sogleich zum Bestseller. In rascher Folge veröffentlichte er dreizehn weitere Bücher, unter anderem Biographien über Mohammed, Stalin und Nikolaus II. Vor den Nazis floh er nach Wien, und schließlich nach dem „Anschluss“ nach Italien, wo er 1942 in Positano an einer seltenen Krankheit starb.

 

Konzept & Einführung: Michael Lahr von Leïtis
Gregorij H. von Leïtis liest aus Lew Nussimbaums fantastischem Werk.

 

Eine Veranstaltung des Austrian Cultural Forum London
in Kooperation mit Elysium – between two continents und The Lahr von Leitis Academy & Archive

Donnerstag, 16. Februar 2023 um 19.30 Uhr
Katholische Kirche St. Ursula
Kaiserplatz 1 | 80803 München | Deutschland

 

Von Paradies und Weltuntergang
Literarische Collage aus Gedichten, Prosatexten, Theater-Szenen und Briefen von Jura Soyfer
Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktages

Die enormen politischen und wirtschaftlichen Probleme der 1930er Jahre führten zu einer immer schnelleren und größeren Radikalisierung des politischen Spektrums. Die Größe und Dringlichkeit der zu bewältigenden Krisen heute – besonders die Sprengkraft, welche die rasante Inflation in Europa und den USA mit sich bringt – macht den Blick zurück auf die 1930er Jahre so interessant und wichtig, auch wenn es keine Wiederholung der Geschichte im eigentlichen Sinne gibt.

Trotz teilweise düsterer Gesamtanalysen bewahrte sich Jura Soyfer immer eine optimistische und menschlich-liebenswerte Sicht auf den Einzelnen und die Menschheit als Ganze.

Jura Soyfer wurde am 8. Dezember 1912 in Charkow (auf dem Gebiet der heutigen Ukraine) geboren. Er war seit Anfang der 1930er Jahre ständiger Mitarbeiter der Wiener Arbeiter-Zeitung. Die meisten seiner Gedichte und Artikel waren dem Kampf gegen den Faschismus gewidmet. Soyfer warnte eindringlich vor der Gefahr eines neuen Krieges. Nach dem Verbot der sozialdemokratischen Partei 1934 schrieb Jura Soyfer für die nun entstandenen Untergrundtheater, wie etwa das „Theater der 49“. Im November 1937 wurde er verhaftet und im Februar 1938 im Zuge einer Generalamnestie wieder freigelassen. Mit dem „Anschluss“ und dem Einmarsch der deutschen Faschisten in Österreich begann auch dort das Terrorregime zu wüten. Jura Soyfer wurde bald darauf verhaftet und nach Dachau gebracht. 1938 wurde er nach Buchenwald überstellt. Am 16. Februar 1939 erlosch sein Leben im Alter von 26 Jahren in dieser grausamen Hölle faschistischer Barbarei.

 

Konzept & Einführung: Michael Lahr von Leïtis

Es liest: Gregorij H. von Leïtis

 

Eine Veranstaltung von St. Ursula München
in Kooperation mit Elysium – between two continents und The Lahr von Leitis Academy & Archive

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