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Prof. Felix Kolmer

Unser guter Freund Felix Kolmer, Holocaust-Überlebender und stellvertretender Vorsitzender des Internationalen Auschwitz-Komitees, ist tot. Er verstarb am 5. August in Prag im Alter von 100 Jahren. Viele Jahre lang war er Mitglied unseres Beirats. Wir werden seine ruhige Freundlichkeit, seine Sensibilität, seine Beharrlichkeit und seine Weisheit vermissen. Als Zeitzeuge hat er immer wieder seine Geschichte erzählt und insbesondere die junge Generation in Deutschland und anderen europäischen Ländern erreicht. Er scheute auch nicht die Diskussion mit Neonazis und Rechtsextremisten. Bis zuletzt setzte er sich für die Versöhnung ein. Obwohl Felix Kolmer seine Mutter und viele andere Familienmitglieder während des Holocausts verloren hatte, weigerte er sich, sein Leben durch Hass vergiften zu lassen. Aber er bestand darauf, dass wir niemals vergessen dürfen.

Felix Kolmer wurde am 3. Mai 1922 in Prag geboren. Nach seinem Abitur begann er eine Ausbildung zum Tischler. Im Jahr 1941 wurde er von den Nazis für das Aufbaukommando ausgewählt, das die Festung Theresienstadt in ein Ghetto und Konzentrationslager umwandeln musste. Kolmer schloss sich einer heimlichen Widerstandsgruppe an und wurde 1944 nach Auschwitz deportiert. Es gelang ihm, auf einen Zug nach Friedland, einem Außenlager des KZ Groß-Rosen, aufzuspringen, wo er befreit wurde. Nach dem Krieg studierte er Physik und spezialisierte sich auf Akustik. Kolmer wurde Direktor des Instituts für experimentelle Akustik, Optik und Drucktechnik und lehrte auch an der Technischen Universität in Prag.

Felix Kolmer setzte sich unermüdlich für die Entschädigung von Holocaust-Überlebenden in der Tschechoslowakei ein. Neben seiner Tätigkeit im Internationalen Auschwitz-Komitee war er auch stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Prag.

Wir werden Felix Kolmers Freundlichkeit, sein Lächeln, seine ruhige und doch entschlossene Art, die Dinge anzugehen, vermissen. Möge sein Andenken ein Segen sein. Wir werden sein lebenslanges Beispiel und seinen Geist ehren, indem wir unsere Arbeit im Kampf gegen Hass, Diskriminierung, Unwissenheit und Antisemitismus mit Hilfe von Kunst und Bildung fortsetzen.

Am vergangenen Samstag, den 23. April, hat der Münchner Unternehmer, Motivationstrainer und Mäzen Erich Lejeune Elysiums Programmdirektor Michael Lahr von Leitis in seine Sendung eingeladen. Im Mittelpunkt des Gespräches stand das faszinierende Leben und Werk des großen Theatermannes Erwin Piscator. Immer wieder musste der Begründer des politischen Theaters neu anfangen: nach dem 1. Weltkrieg in Berlin, Anfang der 1930er Jahre in der Sowjetunion, auf der Flucht vor den Nazis in Paris und später in New York, in den frühen 1950er Jahren in der jungen Bundesrepublik. Doch durch alle Kämpfe und Schicksalsschläge blieb er sich und seinen Idealen treu. Die Quintessenz seines Theaters ist heute aktueller denn je: "Ehrfurcht des Menschen vor dem Menschen." Piscators künstlerisches Engagement hat Elysiums Gründungsintendanten Gregorij von Leitis tief geprägt und motiviert uns bis heute. Kunst verbindet grenzüberschreitend; Kunst lenkt den Blick auf das Zwischenmenschliche; Kunst vermag uns ein Ideal vor Augen zu stellen, was Menschen bestenfalls sein können. Die Sendung ist auf unserem YouTube-Kanal abrufbar.

Ein Buch für alle Theaterfreunde und Musikliebhaber!

Bertolt Brecht sagte einmal: „Piscator ist der größte Theatermann aller Zeiten. Er wird ein Vermächtnis hinterlassen, das wir nutzen sollten.“

Worin besteht Piscators Vermächtnis?
Welche Bedeutung haben politische und soziale Themen heute auf der Bühne?
Wie lässt sich das Verhältnis von Kunst und Politik zueinander bestimmen?

Diesen und ähnlichen Fragen geht Michael Lahr in seinem Buch nach. Seine Gesprächspartner sind 15 illustre Künstlerinnen und Künstler, die im Lauf der letzten drei Jahrzehnte den Erwin Piscator Preis erhalten haben, und Gregorij H. von Leitis, Gründer des Erwin Piscator Preises.
Die Antworten ergeben ein interessantes zeitgeschichtliches Dokument.

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